Rietberg. Der Klimapark nimmt ganz konkrete Formen an. Wer in diesen Tagen zwischen dem Gallenweg und der Stennerlandstraße unterwegs ist, der sieht: Es wird emsig gebaut, täglich ergibt sich ein neues Bild, alle Kooperationspartner sind fleißig dabei, das ehrgeizige Ziel der Eröffnung Ende Mai, Anfang Juni zu erreichen. „Der Winter hat uns einen kleinen Strich durch die Zeitplanung gemacht“, so Bürgermeister André Kuper, auf dessen Idee die neue Attraktion wesentlich fußt. „Lange Zeit war der Boden gefroren und die Basisarbeiten konnten nicht wie geplant beginnen.“ Dann sei man mit den Erdarbeiten gestartet, „Maßnahmen, die so gar nicht zu sehen waren, deshalb hat wohl manch einer geglaubt, es tue sich gar nichts auf dem Gelände der ehemaligen Stadtteilblüte. Aber weit gefehlt. Es mussten zahlreiche Leitungen verlegt werden, Ausschachtungen für die Gebäude waren nötig und mit dem Einsetzen des schönen Frühlingswetters starteten dann auch die oberirdischen Arbeiten.“

Einblick in die Fundamentierungsarbeiten für das Solarhaus, das sich mit der Sonne dreht und in dem künftig Energieberater Martin Brandis seinen Sitz haben wird.
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Der Rietberger Klimapark in der „Blüte der Innovationen“ wird eine zumindest landesweit einmalige Angelegenheit. Wirklich vergleichbare Anlagen seien Stadt und Gartenschaupark aber auch bundesweit nicht bekannt, betont Kuper und macht gleichzeitig deutlich: „Dieses neue Projekt kann nur in einem größeren Kontext gesehen werden. Wir bauen da nicht einfach einen Spaß- und Informationspark, sondern es geschehen auch seit Jahren an anderen Stellen im Stadtgebiet schon wesentliche Dinge, die unter dem Aspekt des Klimaschutzes zu unseren Prioritäten gehören.“ Schon vor 13 Jahren habe man beispielsweise mit der Verbraucherzentrale NRW und der Nachbarkommune Verl die Energieberatungsstelle eingerichtet, Martin Brandis, der künftig sein Büro im neuen Klimapark haben wird, verzeichnet seither eine stetig steigende Nachfrage. Wärmedämmung, Isolierung, Verwendungen regenerativer Energien auch in Privathaushalten sind seit 1998 wesentliche Themen seiner Beratertätigkeit. Schon im Jahr 2000 habe die Emsstadt im Stadtrat einen Grundsatzbeschluss gefasst, der ein Leitbild für den Kliimaschutz in den Mittelpunkt rückte, eine Überarbeitung und Erweiterung sei einstimmig im Dezember 2010 beschlossen worden. Zu den Zielen gehört: „eine energieautonome und nachhaltige Stadt Rietberg im Jahr 2030.“ Seit Gründung des Gremiums ist man Mitglied in der Landes-AG Klimaschutzkonzeption, erhielt im Vorjahr die EEA-Zertifizierung als Europäische Energie- und Klimaschutzkommune, bezog und bezieht den Stadtmarketingprozess mit ein und ist bekanntlich Bundessieger im Wettbewerb Kommunen im neuen Licht. Die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung im historischen Stadtkern auf LED erfolgt im laufenden Jahr. Zu den nächsten Vorhaben gehöre, so Kuper, der Aufbau eines Nahwärmenetzes aus regenerativen Energien mit einem Pilotprojekt zur energetischen Nutzung der Abwärme der Zentralen Kläranlage sowie zur alternativen energetischen Verwendung von Klärschlamm und städtischen Grünabfällen in Kombination mit einem Biomassekraftwerk. Damit soll künftig die Beheizung des Freibades und des großen Schulzentrums erfolgen. „Hier sind wir derzeit in der Antragsphase“, erklärt Rietbergs Bürgermeister. Die Idee zum Bau eines Klimaparkes entwickelte Kuper im Vorfeld des NRW-Wettbewerbes „Klimakommune“ im Jahr 2008. Investiert werden von rund einem dutzend Projektpartnern zwischen einer und 1,5 Millionen Euro, Stadt und Gartenschaupark sind mit rund 150.000 Euro investiv tätig.










