Arbeitsgruppe hat Empfehlung für Schulausschuss und Rat beschlossen.
Rietberg. „Die Hauptschule als Profilschule weiterentwickeln und weiterführen“ lautet die Empfehlung der Stadtmarketing – Arbeitsgruppe „Schule“.
Diese Empfehlung ist nach intensiver Beratung in fünf Sitzungen mit Zweidrittelmehrheit an den Schulausschuss und Rat der Stadt Rietberg ausgesprochen worden.
Für die Errichtung einer 3 – 4- zügigen Gemeinschaftsschule (ebenfalls mit Unterbringung an den zwei Standorten Mastholte und Neuenkirchen) als Schulversuch setzten sich dagegen 1/3 der Teilnehmer der Arbeitsgruppe ein.
Die Errichtung einer Verbundschule aus Realschule und Hauptschule als schulorganisatorischer Zusammenschluss beider Schulen als weitere Variante fand in dem Gremium keine Zustimmung.
Zur Empfehlung, die Hauptschule als „Profilschule“ weiterentwickeln und weiterführen, gehört u. a. ein weiterentwickeltes pädagogisches Konzept, der Ganztagsbetrieb (gebundene Ganztagsschule), verstärkte Durchlässigkeit durch Kooperation mit der Realschule und dem Gymnasium und den Berufskollegs im Anschluss an die Hauptschule. Auch für die Weiterentwicklung der Integration hin zur Inklusion soll die „Profilschule“ Ideengeber für die Rietberger Schullandschaft sein. Die Schulstandorte Mastholte und Neuenkirchen sollen unter Berücksichtigung der horizontalen Gliederung der Schule beibehalten werden (Klasse 5 – 7 in Mastholte und Klasse 8 -10 in Neuenkirchen). „Entscheidend ist“, so Gerd Clarfeld, der Moderator der Arbeitsgruppe, „dass die Weiterentwicklung und Stärkung der Hauptschule jetzt schnellstens vorange-trieben wird und dadurch auch nach außen hin deutlicher wird, welch gute Arbeit für die Schülerinnen und Schüler geleistet wird“.
Zu Beginn der Beratungen der vom Rat eingesetzten Arbeitsgruppe machte Moderator Gerd Clarfeld (ehemaliger Leiter der Schulabteilung des Kreises Gütersloh) deutlich, dass das Wohl und die Interessen einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers im Mittelpunkt der Beratungen zu stehen haben, denn vom christlichen Menschenbild ausgehend muss die Devise heißen: Jeder zählt! Das ist der Anspruch eines gerechten Schulsystems. Schule leistet durch ihren Erziehungs – und Bildungsauftrag einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung, kann allerdings andere Sozialisationsinstanzen – insbesondere das Elternhaus – nicht ersetzen.
In den fünf Sitzungen wurde von allen beteiligten Elternvertretern, Schulleiterinnen und Schulleitern, Ratsvertreterinnen und Ratsvertretern und Vertretern der Verwaltung die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten der Rietberger Schullandschaft in der Sekundarstufe I ausführlich und sachkompetent diskutiert, beraten und gegeneinander abgewogen, indem das Pro und Contra jeder einzelnen Möglichkeit genau untersucht wurde. Das herausgehobene Interesse galt der Rietberger Hauptschule. Sie leistet hervorragende Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler erfahren hier Erfolgserlebnisse, die ihnen Freude am Lernen vermitteln. Überschaubare Lerngruppen und die intensive Anbindung an Klassenlehrer lassen Beziehungen wachsen. So merken engagierte und erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen schnell, wo der Schuh drückt. Ihr Einsatz gerade für benachteiligte Schülerinnen und Schüler ist oft enorm. Eltern, die die Hauptschule gut von innen kennen, schätzen ihre Schule, Kinder fühlen sich geborgen und angenommen. Doch die Anmeldezahlen sprechen leider manchmal eine andere Sprache. Eltern fürchten die in Medienberichten gern propagierte „Restschule“, ungeachtet der Tatsache, dass die Schulabschlüsse der Hauptschule nicht das Ende der Bildungslaufbahn bedeuten, sondern einen Anschluss darstellen zu einer Fülle weiterführender Wege im vielfältigen Bildungssystem.
Die deutliche Mehrheit in der AG „Schule“ ist sich mit der Empfehlung – die Hauptschule als „Profilschule“ weiter zu entwickeln – sicher, auch auf diesem Weg offen zu bleiben für schulpolitische Entwicklungen auf Landesebene.
Auf der Empfehlung der AG „Schule“ aufbauend, haben jetzt der Fachausschuss und der Rat nach weiteren Beratungen „das letzte Wort“, das sicher auch das Wohl aller Rietberger Schülerinnen und Schüler zum Ziel hat.
Bürgermeister André Kuper informierte am Montag vorab zunächst den Grundstücksaus-schuss der Stadt, bevor diese Presseerklärung herausgegeben wurde. So war es ein-hellig auch in der Arbeitsgruppe festgelegt worden. Ansonsten dankte André Kuper am Schluss der letzten Sitzung den Mitgliedern der Arbeitsgruppe, insbesondere auch den ehrenamtlichen Elternvertretern aller Grundschulen und weiterführenden Schulen für die konstruktive Mitarbeit. Letztlich galt sein Dank auch an Moderator Gerd Clarfeld, der mit Sachverstand und Geschick die Sitzungen geleitet habe.









