Druffel – Gut versteckt, am Waldrand steht er und summt. Ein Container von der Größe eines Lkw-Frachtcontainers verrichtet seit Beginn des Jahres täglich seinen Dienst. Seine Aufgabe: Strom und Wärme. Seine Mittel: Bio-Gas. Der Container ist nur schwer wenn gar überhaupt nicht so schnell zu entdecken hinter dem Hof der Landkäserei Steinlage im östlichen Teil Druffels. Was viel eher ins Auge fällt, sind die deutlich größeren, kreisrunden Behälter hinter dem Container. Der kleinere der beiden misst 18 Meter und der größere satte 24 Meter im Durchmesser. Beide sind mindestens zwei Etagen hoch und dennoch haben sie noch nicht viele Menschen zu Gesicht bekommen. Lediglich Spaziergänger und Hundebesitzer kommen öfter dran vorbei. Seit Beginn des Jahres hat der Käsereibetrieb seine Energieversorgung selbst in die Hand genommen. Durch natürliche Gärung entsteht ein Gas, welches in einem Blockheizkraftwerk in dem Container auf der Rückseite in Strom und Wärme umgewandelt wird.

Konrad Steinlage auf dem Dach des Fermenters. Unten sieht man das eigentlich Herz der Anlage. Im grünen Container summt das 220 Kilowatt Aggregat.
Die erste Station auf unserem Rundgang führt uns zwischen die beiden großen Behälter. Hier steht die Steuerung für die beiden kreisrunden Riesen. „Hier wird die Masse die es zu verarbeiten gilt, von einem in den anderen Behälter verschoben. Alle paar Stunden geschieht dies. Es läuft eigentlich vollautomatisch. Trotz des großen Zwischenraumes steht am Ende dessen nur ein grauer Kasten mit einem kleinen Berührungsempfindlichen Display, welches z.B. die Füllmengen und weitere wichtige Information dem Bediener zur Verfügung stellt. Als nächstes steigen wir von Außen eine Metalltreppe hinauf und landen auf dem betonierten Dach des kleineren Behälters. „Der Fermenter“ so Konrad. Das auffälligste an diesem Behälter ist seine Dachform. Während der große Behälter (Nachgärer) eine runde, mit einer Art Plane bespannte Oberfläche auf dem Dach aufweist, stehen wir auf Beton. „Im Fermenter fängt alles an. Seitlich werden mit einer automatischen Beschickung täglich 10 Tonnen unseres Silos eingebracht und dank einer Bakterienkultur zum Gären gebracht. Hier herrscht eine konstante Temperatur von 40 Grad Celsius. Ist die Masse dann so weit schiebt sie die automatische Steuerung weiter in den größeren Behälter. Hier entsteht dann das Gas welches das Kraftwerk benötigt um Strom und Wärme zu erzeugen.“

Kleiner Schrank große Wirkung. Infos über Zustand des Inneren der beiden Behälter und die gesamte Steuerung erfolgt mit ein paar Schaltern und einem Display.
Dieses Gas wird dann durch ein Rohrsystem direkt in den schon nahezu klein wirkenden Container geleitet.“ Egal was für ein Kraftwerk im inneren des Containers arbeitet, nach außen hin ist es immer der Gleiche.“, so Konrad. In seinem Fall arbeitet ein 220 Kilowatt Aggregat Tag und Nacht. Die aus dem Blockheizkraftwerk gewonnene Wärme oder besser gesagt Abwärme, nutzt Konrad um die Stallungen und die Häuser auf dem Hof zu beheizen. Dies ersetzt die gesamte Heizungsanlage. Der Strom den der Generator erzeugt, wird hingegen verkauft.

24 Stunden, rund um die Uhr sorgt dieses 220 Kilowatt Kraftpaket für Strom und Wärme! Der Strom wird verkauft, die dabei erzeugte Wärme bedient die Heizungen in den Stallungen, Häusern und den Warmwasserbedarf der Landkäserei.
So lohnt sich eine Rechnung mit dieser Technik in Anbetracht stets steigender Energiekosten und steigendem Eigenbedarf an Wärme schon. „Langfristig wird sich die Investitionssumme in Höhe von 1,3 Millionen Euro rechnen.“, erklärt Konrad. Demnächst soll ein weiterer Behälter in Form eines Containers auf dem Gelände von dem Hersteller aufgestellt werde. Dann so Konrad wird er auch in der Lage sein mit dem Überschuss der Abwärme Holz, oder auch Hackgut zu trocknen.












